Stadt Sterzing - Historische Gebäude
Das Sterzinger Rathaus ist eine wahre Perle im Tiroler Raum. 1468 kaufte der Sterzinger Stadtrat das Haus an.
Unter der Bauleitung von Lienhard Jöchl wurde das Rathaus umgebaut. 1524 wurde nach dem Plan Jörg Kölderers noch der charakteristische Erker hinzugefügt. Die weiten Räume des Rathauses wurden wiederholt bei historischen Versammlungen genutzt: 1525 tagte im Ratssaal der Notstandsrat während des Bauernaufstandes, vom 15.-17. Jh. wurden mehrere Sitzungen des Tiroler Landtages abgehalten, des weiteren wurden Mitglieder des Kaiserhauses empfangen (Kaiser Maximilian, König Philipp von Spanien, Erzherzog Ferdinand, Maria Theresia, Josef II,…).
Im Lichthof, welcher durch Flachbogenfenster an der Südwand geflutet wird, sind diverse museale Objekte zur Stadtgeschichte ausgestellt (Stadtwappen in Freiplastik aus dem 17 Jh., Epitaphe adliger Familien, Porträts, usw.). Vom Lichthof im ersten Stock führt die Tür gegen Westen in die gotische Ratsstube, in welcher bis heute der Gemeinderat tagt. Die Stube ist vollständig ausgetäfelt und mit umlaufenden Wandbänken ausgestattet.
Der große Kachelofen ist die einzige Möglichkeit die Stube zu erwärmen. Das Lusterweibchen „Lucretia” diente Albrecht Dürer als Vorlage zum Stich „Der Triumph Kaiser Maximilians”. Die Butzenscheiben mit Bleifassung der sechseckigen Erker lassen nur gedämpftes Licht in den Saal.
Im Innenhof am Ende der ebenerdigen Galerie finden sich Fundstücke der römischen Besiedlungsgeschichte. Eine Kopie des Mithrassteins ist Zeuge des bekannten Mysterienkults, der von vielen römischen Soldaten praktiziert wurde. Das Relief auf Kalkstein zeigt die persische Gottheit bei der Stiertötung und am Rande kleinere Szenen der Legende des Mithras. Der nebenstehende Meilenstein (ca. 200 n. Chr.) belegt den Ausbau der römischen Straße entlang der Brenner-Route unter Septimius Severus.