Stadt Sterzing - Historische Gebäude

Ansitz Flammeck

(Rutter- oder Fuchsturm)

flammeck-sterzing

Wehrturm, Adelssitz und Zeugnis der Bergbauzeit

Der Ansitz Flammeck, auch „Rutter- oder Fuchsthurm“ genannt, zählt zu den historischen Adelssitzen Sterzings und erinnert an die enge Verbindung der Stadt mit dem Tiroler Bergbau. Der Bau geht ursprünglich auf einen mittelalterlichen Wehrturm zurück, der einst Teil der städtischen Sicherungs- und Verteidigungsanlagen war.

Im frühen 16. Jahrhundert erwarb der Gewerke Andre Flamm das landesfürstliche Lehen „Rutterthurm“ von den Erben der Familien Jöchl und Pallaus. Andre Flamm gehörte zu jener wohlhabenden Schicht von Bergbauunternehmern, die durch den Silberbergbau in Tirol zu großem Reichtum gelangten und das Stadtbild Sterzings nachhaltig prägten.

Nach seiner Erhebung in den Adelsstand im Jahr 1518 übertrug Andre Flamm dem Gebäude den Namen beziehungsweise das Prädikat „von Flammeck“. Damit wurde aus dem ehemaligen Wehrturm ein repräsentativer Wohnsitz eines aufstrebenden Tiroler Adelsgeschlechtes.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die ursprünglich wehrhafte Anlage zu einem Wohnturm und Adelssitz. Wie viele Ansitze Sterzings verbindet auch Flammeck Elemente mittelalterlicher Wehrarchitektur mit repräsentativen Wohnformen der Renaissancezeit. Hinter den massiven Mauern befanden sich einst Wohnräume, Wirtschaftsbereiche und Verwaltungsräume, die den Wohlstand ihrer Besitzer widerspiegelten.

Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert befand sich der Ansitz im Besitz der Familie Fuchs von Fuchsberg zu Jaufenburg. Dadurch blieb das Gebäude über Jahrhunderte hinweg mit der Geschichte des Tiroler Adels und der regionalen Verwaltung verbunden.

Der Ansitz Flammeck erzählt heute von einer Zeit, in der Bergbau, Handel und gesellschaftlicher Aufstieg das Leben Sterzings bestimmten. Zwischen Wehrturm und Adelssitz erinnert das Bauwerk an die wohlhabenden Gewerkenfamilien, die aus der kleinen Handelsstadt eine der bedeutendsten Städte Tirols machten.