Stadt Sterzing - Historische Gebäude
Zeugnis von Handel, Kontrolle und Verkehr entlang der Brennerroute
Das Zollhaus Lurx zählt zu den ältesten und geschichtlich bedeutendsten Profanbauten Sterzings. Das Gebäude erinnert an die Zeit, in der die Stadt durch Handel, Warenverkehr und Zölle entlang der Brennerroute zu Wohlstand gelangte. Über Jahrhunderte hinweg kontrollierte man hier den Warenverkehr zwischen Nord- und Südeuropa.
Bereits 1288 wird das Hochstift Augsburg als Eigentümer der Zollstätte genannt. Kurz nach 1400 verzichtete das Hochstift auf den Wegzoll in Lurx zugunsten der Tiroler Landesfürsten. Damit ging die Kontrolle über eine der wichtigsten Zollstellen Tirols an die Landesherrschaft über.
Die Lage des Zollhauses war strategisch von großer Bedeutung. Sterzing lag an einer der wichtigsten Handelsachsen Europas: Kaufleute, Fuhrwerke und Reisende mussten auf ihrem Weg über den Brenner hier passieren. Waren wie Salz, Wein, Stoffe, Metalle und Gewürze wurden kontrolliert und verzollt. Der Zoll stellte für die Landesherren eine bedeutende Einnahmequelle dar und machte Sterzing zu einem wichtigen Verwaltungs- und Handelszentrum Tirols.
Bis ins 18. Jahrhundert blieb die Zollstätte eine der bedeutendsten Tirols. Das heutige Gebäude stammt in seinen Ursprüngen aus dem 14. Jahrhundert und wurde im Jahr 1604 erweitert. Noch heute erinnert die massive Bauweise an seine frühere Funktion als Verwaltungs- und Kontrollgebäude.
Das Zollhaus erzählt damit von einer Zeit, in der der Handel über die Alpen das Leben der Stadt bestimmte. Händler aus Deutschland, Italien und darüber hinaus begegneten sich in Sterzing, Waren wurden geprüft, Abgaben erhoben und Nachrichten aus ganz Europa ausgetauscht. Die Stadt wurde dadurch zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Nord und Süd.
Bis heute gehört das Zollhaus Lurx zu den bedeutenden historischen Gebäuden Sterzings und erinnert an die jahrhundertelange wirtschaftliche Bedeutung der Stadt entlang der Brennerroute.