Stadt Sterzing - Historische Gebäude

St. Elisabethkirche

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Barocke Ordenskirche voller Kunst und Symbolik

Mitten im historischen Deutschhaus des Deutschen Ordens befindet sich die St.-Elisabethkirche – ein außergewöhnlicher Sakralraum des Spätbarocks und eines der kunstvollsten Kirchenbauwerke Sterzings. Die Kirche verbindet auf eindrucksvolle Weise religiöse Geschichte, barocke Architektur und die jahrhundertelange Tradition des Deutschen Ordens in der Stadt.

An der Stelle der heutigen Kirche befand sich ursprünglich eine ältere Kapelle des Deutschen Ordens. Zwischen 1729 und 1733 wurde schließlich der heutige Kirchenbau nach Plänen des Architekten Giuseppe Delai errichtet. Besonders auffällig ist der oktogonale Grundriss – eine für Tirol ungewöhnliche Bauform, die dem Innenraum eine besondere Harmonie und Großzügigkeit verleiht.

Betritt man die Kirche, öffnet sich ein heller Zentralraum voller barocker Eleganz. Die Wände und Gewölbe sind mit feinem Stuckdekor geschmückt, das zu den schönsten Rokokoarbeiten Südtirols zählt. Die reichen Verzierungen stammen von den berühmten Stuckateuren der Wessobrunner Schule und verleihen dem Raum eine beinahe schwebende Leichtigkeit.

Besonders beeindruckend sind die Fresken des Augsburger Malers Matthäus Günther, einem der bedeutendsten Rokokokünstler des süddeutschen Raumes. Seine Deckengemälde zeigen die heilige Elisabeth und den heiligen Georg – die Schutzpatrone des Deutschen Ordens. Auch das Hochaltarbild stammt von seiner Hand und verbindet religiöse Darstellung mit kunstvoller barocker Inszenierung.

Ein kostbares Zeugnis der Renaissance befindet sich im Seitenaltar der Kirche: ein Werk des Künstlers Georg Trabl aus dem Jahr 1598. Dadurch vereint die Elisabethkirche verschiedene Kunstepochen – von der Renaissance bis zum Rokoko – in einem einzigen Raum.

Die Kirche war über Jahrhunderte eng mit dem Deutschen Orden verbunden, dessen Mitglieder in Sterzing Reisende, Pilger und Kranke betreuten. Gemeinsam mit dem angrenzenden Deutschhaus bildete sie das religiöse und soziale Zentrum der Ordensniederlassung entlang der wichtigen Brennerroute.

Heute kann die St.-Elisabethkirche im Rahmen eines Besuchs des Stadt- und Multschermuseums besichtigt werden. Zwischen barocken Fresken, kunstvollen Stuckarbeiten und der stillen Atmosphäre des Zentralraumes wird die enge Verbindung von Glauben, Kunst und Geschichte bis heute spürbar.